Kanada 2025 – Von den Rocky Mountains nach Vancouver Island

Abschied von den Rocky Mountains

Dann war es Zeit, die Rocky Mountains endgültig zu verlassen. Da die Temperaturen nachts inzwischen bereits nahe an den Gefrierpunkt fielen, fühlte sich dieser Abschied auch ganz passend an.

Der Regen verzog sich und wir erreichten Blue River bei herrlichem Sonnenschein. Der Campingplatz war hinsichtlich Ausstattung und Lage eher ein reiner Übergangsplatz für eine Nacht – gerade so in Ordnung.

Der Weg zum nahegelegenen Fluss war leider durch eine Baustelle gesperrt, sodass wir stattdessen einen kurzen Spaziergang um den kleinen Eleanor Lake machten. Dabei kamen wir an den Chalets von Mike Wiegele Helicopter Skiing vorbei. Die Saison beginnt dort allerdings erst im Dezember, entsprechend ruhig war es zu dieser Zeit.

Auf der gegenüberliegenden Seite des Sees verläuft eine Bahnstrecke, sodass wir hier einen der extrem langen Güterzüge aus nächster Nähe beobachten konnten – ein beeindruckender Anblick.

Heffley Lake – ein Platz zum Bleiben

Am nächsten Tag ging es weiter zu einem spontan gebuchten Campingplatz am Heffley Lake. Er lag etwas abseits vom Highway, was wir bewusst in Kauf nahmen, da wir hier zwei Nächte bleiben und einen Tag die Umgebung erkunden wollten. Rückblickend hätten wir es hier auch problemlos länger ausgehalten.

Bei unserer Ankunft wurden wir freundlich, wenn auch etwas hektisch begrüßt – in der sogenannten Shoulder Season hatten die Betreiber eigentlich schon Feierabend eingeplant.

Dafür entschädigte die Lage des Platzes umso mehr: Direkt am See gelegen, mit eigenem Zugang zur Badestelle, gehörte dieser Campingplatz zu den schönsten unserer gesamten Reise.

Am nächsten Tag unternahmen wir eine Wanderung auf den kleinen „Hausberg“ direkt beim Campingplatz. Entlang des Weges lagen mehrere Geocaches, von denen wir – bis auf einen – alle gut finden konnten.

Die Caches schienen allerdings nur selten besucht zu werden. Uns begegnete kein einziger Wanderer, dafür jedoch mehrere große Kothaufen und gelegentlich ein recht intensiver Geruch. Das sorgte stellenweise für ein leicht mulmiges Gefühl. Abgesehen von einem Eichhörnchen bekamen wir jedoch kein Tier zu Gesicht.

Zurück auf dem Campingplatz saßen wir noch draußen, als wir ein Hämmern hörten. Kein Handwerker, sondern ein Helmspecht suchte nur wenige Meter von unserem Wohnmobil entfernt nach Nahrung. Später gesellte sich sogar noch ein neugieriges Eichhörnchen zu uns.

Über Hope Richtung Vancouver

Anschließend ging es weiter in Richtung Vancouver. Unterwegs legten wir einen Zwischenstopp auf dem Coquihalla Campground in Hope ein.

In Hope wurde – wie sich herausstellte – der erste Rambo-Film gedreht. Das war uns bis zu diesem Zeitpunkt nicht bekannt, weshalb wir uns zunächst über ein Rambo-Poster in der Rezeption des Campingplatzes wunderten.

Bei einem kleinen Rundgang entdeckten wir schließlich ein Schild, das genau die Stelle markierte, an der der Sheriff Rambo aus der Stadt geworfen hatte.

Auf dem Campingplatz trafen wir zudem wieder auf das Kölner Paar, das bereits in Blue River unsere Nachbarn gewesen war. Sie erzählten uns von den vielen Holzstatuen in Hope, unter anderem Figuren aus dem Rambo-Film.

Da wir eigentlich am nächsten Tag weiterfahren wollten, blieb nur die Option, „noch mal eben kurz“ – rund 4,25 Kilometer – in die Stadt zu laufen.

Dank eines Lab-Caches konnten wir mehrere Drehorte des Films abgehen und sogar eine Karte mit den markierten Locations entdecken. Unabhängig davon zeigte sich Hope als teilweise sehr fotogener Ort.

Mit der Fähre nach Vancouver Island

Am 25.09. ging es schließlich weiter Richtung Vancouver Island. In Vancouver nahmen wir die Fähre von Tsawwassen nach Swartz Bay bei Victoria.

Die Überfahrt dauerte etwa anderthalb Stunden und bot einige schöne Ausblicke.

Unsere erste Übernachtung auf der Insel führte uns zur Cedar Springs Ranch – leider der mit Abstand schlechteste Campingplatz der gesamten Reise. Die sanitären Anlagen waren in sehr schlechtem Zustand und auch die Atmosphäre wirkte seltsam.

Während man sonst fast immer leicht ins Gespräch kam, waren die Menschen hier auffallend zurückhaltend.

Umso erleichterter waren wir, dass es bereits am nächsten Tag Richtung Whiskey Creekweiterging.

Rathtrevor Beach Provincial Park

Auf dem Weg legten wir noch einen kurzen Stopp im Rathtrevor Beach Provincial Park ein.

Dort gab es tatsächlich etwas Watt – im Vergleich zur Nordsee allerdings mit deutlich geringerer Tide.

Im Watt konnten wir unsere zweite Freiluft-Hochzeit dieser Reise beobachten.

Außerdem entdeckten wir beeindruckende Treibholzformationen, Austern und hörten zum ersten Mal Seelöwen.

Whiskey Creek und die Highlights der Region

Der Whiskey Creek Campground war glücklicherweise ein deutlicher Kontrast zum vorherigen Platz. Das war auch gut so, denn wir planten, hier vom 26.09. bis zum 29.09. zu bleiben.

Der folgende Tag brachte Dauerregen, sodass wir uns im Wohnmobil einigelten, lasen, Fotos bearbeiteten und die kommenden Tage planten.

Anschließend ging es zu den Highlights der Region. Zunächst besuchten wir das „Hole in the Wall“.

Hole In The Wall

Danach wollten wir weiter zum Cathedral Grove, mussten jedoch aufgrund der schwierigen Parksituation zunächst umdisponieren und fuhren zu den Little Qualicum Falls. Bei einem kurzen Spaziergang konnten wir uns dort den Wasserfall ansehen.

Ein zweiter Versuch beim Cathedral Grove verlief ähnlich. Auch hier gab es keinen geeigneten Parkplatz für unser großes Wohnmobil. Schließlich parkten wir – etwas semilegal – einige hundert Meter weiter am Straßenrand.

Die riesigen Bäume waren äußerst beeindruckend, auch wenn ihre tatsächliche Größe auf Fotos kaum richtig zur Geltung kommt.

In die hohle Öffnung eines Stammes hätte problemlos eine 1,80 Meter große Person gepasst.

Alter Baum im Cathedral Grove

Besonders faszinierend war, dass auf alten Baumstümpfen neue Bäume wachsen – sogenannte „Living Stumps“, die weiterleben und neue Generationen tragen.

Country Market und letzte Stationen

Von Kollegen war uns der Country Market – Goats on the Roof empfohlen worden. Bei unserer Ankunft wirkte das Gelände zunächst etwas gewöhnungsbedürftig, da die ersten Läden, die wir sahen, Bongs und Che-Guevara-Artikel verkauften.

Wir ließen uns davon jedoch nicht beirren, parkten und erkundeten das Gelände.

Im Country Market selbst kauften wir einige Kleinigkeiten ein, plünderten einen Donut-Laden und fanden hübsch gestaltete Stoffbeutel als Mitbringsel.

Die Kunstwerke auf dem Statue Square waren sehr interessant, eigneten sich aber eher nicht als Souvenirs.

Chemainus und Cowichan Bay

Am 29.09. fuhren wir schließlich weiter zum Fort Victoria RV Park. Der große Vorteil dieses Platzes war die nahegelegene Buslinie, die uns direkt nach Victoria brachte. So konnten wir uns die Fahrt mit dem Wohnmobil in die Stadt und die Parkplatzsuche sparen.

Unterwegs legten wir noch Stopps in Chemainus und Cowichan Bay ein.

Chemainus ist ein sehr schöner Ort, bekannt für seine zahlreichen Wandmalereien. Leider hatte Hansel & Gretel’s Candy Shop an diesem Tag geschlossen.

Die Wandbilder waren dennoch beeindruckend. Laut Wikipedia soll es insgesamt 47 davon geben – leider haben wir nicht alle entdeckt.

Das Wetter verschlechterte sich weiter, dennoch machten wir glücklicherweise noch Halt in Cowichan Bay.

Dort konnten wir die Seelöwen, die sich jedes Jahr im Herbst an dieser Stelle sammeln, fast aus nächster Nähe beobachten. Zum Glück hielt unsere Nikon D90 dem Regen stand.

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